Was ist eine Rigole? So sorgen Sie für eine effiziente Versickerung von Regenwasser auf Ihrem Grundstück

Was ist eine Rigole? So sorgen Sie für eine effiziente Versickerung von Regenwasser auf Ihrem Grundstück

Starke Regenfälle und zunehmende Starkregenereignisse stellen viele Städte und Gemeinden in Deutschland vor große Herausforderungen. Wenn das öffentliche Kanalsystem überlastet ist, kann es schnell zu Überschwemmungen kommen – besonders in dicht bebauten Gebieten mit vielen versiegelten Flächen. Eine Rigole ist eine einfache und umweltfreundliche Lösung, um Regenwasser direkt auf dem eigenen Grundstück zu versickern. Sie entlastet die Kanalisation, schützt Gebäude vor Feuchtigkeit und trägt zur Grundwasserneubildung bei. Hier erfahren Sie, was eine Rigole ist, wie sie funktioniert und worauf Sie bei Planung, Bau und Wartung achten sollten.
Was ist eine Rigole?
Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicherraum, der Regenwasser aufnimmt und es langsam in den Boden abgibt. Sie dient als Zwischenspeicher, der das Wasser aus Dachflächen, Einfahrten oder Terrassen aufnimmt und kontrolliert versickern lässt.
Früher wurden Rigolen häufig mit Kies oder Schotter gefüllt. Heute kommen meist Kunststoffmodule mit hohem Hohlraumanteil zum Einsatz. Diese sind leicht, langlebig und können flexibel an die benötigte Größe angepasst werden. Die Rigole wird in der Regel über ein Rohrsystem an die Dachentwässerung angeschlossen und in einem Bereich des Gartens eingebaut, wo der Boden gut wasserdurchlässig ist.
Warum lohnt sich eine Rigole?
Eine Rigole bietet gleich mehrere Vorteile – sowohl für Sie als Grundstückseigentümer als auch für die Umwelt:
- Entlastung der Kanalisation – Regenwasser wird vor Ort zurückgehalten und versickert, anstatt in die öffentliche Kanalisation zu fließen.
- Schutz vor Überschwemmungen – Durch die Zwischenspeicherung wird das Risiko von Rückstau und Überflutung auf dem Grundstück reduziert.
- Beitrag zum Umweltschutz – Das Wasser bleibt im natürlichen Kreislauf und unterstützt die Grundwasserneubildung.
- Finanzielle Vorteile – In vielen Kommunen können Sie eine Reduzierung der Niederschlagswassergebühr beantragen, wenn Sie Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern lassen.
- Schutz des Gebäudes – Eine richtig platzierte Rigole verhindert, dass sich Wasser am Hausfundament sammelt und Feuchtigkeitsschäden entstehen.
So funktioniert die Versickerung
Das Regenwasser wird über Fallrohre und Leitungen in die Rigole geleitet. Dort füllen sich die Hohlräume der Module mit Wasser, das anschließend über die Seiten und den Boden in den umgebenden Boden einsickert. Wie schnell das geschieht, hängt von der Bodenbeschaffenheit ab: Sandige Böden lassen Wasser rasch versickern, während lehmige Böden eine größere Rigole oder zusätzliche Maßnahmen erfordern.
Wichtig ist, dass vor der Rigole ein Filter- oder Revisionsschacht eingebaut wird. Dieser hält Laub, Sand und Schmutzpartikel zurück, damit die Rigole nicht verstopft. Nur so bleibt die Versickerungsleistung langfristig erhalten.
Planung und Bau einer Rigole
Ob Sie die Rigole selbst anlegen oder einen Fachbetrieb beauftragen, hängt von der Größe und den örtlichen Gegebenheiten ab. Folgende Schritte sind entscheidend:
- Bodenuntersuchung durchführen. Prüfen Sie die Versickerungsfähigkeit des Bodens, z. B. mit einem einfachen Versickerungstest.
- Standort wählen. Die Rigole sollte mindestens 3 Meter vom Gebäude und 2 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt liegen. Achten Sie auf ausreichenden Abstand zu Bäumen und Leitungen.
- Größe berechnen. Die Dimensionierung richtet sich nach der angeschlossenen Dachfläche, der Regenmenge und der Durchlässigkeit des Bodens.
- Aushub und Vorbereitung. Heben Sie die Grube aus und legen Sie sie mit einem wasserdurchlässigen Geotextil aus, das das Eindringen von Erde verhindert.
- Module einsetzen und anschließen. Setzen Sie die Rigolenmodule ein, verbinden Sie sie mit dem Zulaufrohr und schließen Sie den Filter- oder Kontrollschacht an.
- Abdeckung und Oberflächengestaltung. Bedecken Sie die Rigole mit Erde und gestalten Sie die Oberfläche nach Wunsch – etwa mit Rasen oder Pflaster.
Beachten Sie, dass in vielen Bundesländern eine Genehmigung oder Anzeige bei der zuständigen Wasserbehörde erforderlich ist. Informieren Sie sich vorab bei Ihrer Kommune über die geltenden Vorschriften.
Wartung und Lebensdauer
Eine Rigole ist weitgehend wartungsarm, sollte aber regelmäßig überprüft werden. Reinigen Sie den Filter- oder Revisionsschacht mindestens einmal jährlich, um Ablagerungen zu entfernen. So stellen Sie sicher, dass das Wasser ungehindert abfließen kann.
Die Kunststoffmodule selbst sind langlebig und können bei fachgerechter Installation mehrere Jahrzehnte halten. Achten Sie nach starken Regenfällen darauf, ob das Wasser wie gewohnt versickert. Bleibt es länger stehen, kann das auf eine Verstopfung oder eine zu geringe Versickerungsleistung hinweisen.
Ein Beitrag zur Klimaanpassung
Mit zunehmenden Starkregenereignissen wird die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung immer wichtiger. Eine Rigole ist eine einfache, nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung, um Regenwasser dort zu halten, wo es fällt. Sie schützt Ihr Grundstück, entlastet die öffentliche Infrastruktur und leistet einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz.
Wer heute in eine Rigole investiert, sorgt nicht nur für ein trockenes Grundstück, sondern auch für eine klimaresiliente Zukunft.










